28
Jan
2007

der kastanienfänger

er wollte nicht mehr länger nur
da gab es auch anderes
regengüsse und schweissausbrüche
und lange gespräche deren schatten immer noch da waren
selbst wenn das alles jetzt wie falsch verbunden klingen könnte
und abends lange an die zimmerdecke schauen
ob da wer war den man kannte
den man nehmen konnte
einwickeln in sich selbst
vergessen dass es auch das gab
dass man alleine in der küche saß
bei kerzenlicht und sich ausmalte
sie käme ohne zu klingeln
ohne die türe zu betreten
sie wäre einfach da und hätte schon die lichthoheit
vergessen auch nicht das aufstehen
das erwachen unterhalb von allem
an die nächsten sätze denken
auch an die
die man nicht aussprechen darf
weil man noch im bett liegt und selbst das wurzelmännchen
schweigt wenn die augen etwas anderes wollen als die frage
und was essen wir heute Mittag

heut abend könnte es doch passieren denkt er
und möchte am liebsten jetzt schon ihren
abschiedsbrief kennen von dem sie sich nicht
entscheiden kann ob sie ihn verwirft oder ihn
tatsächlich schreibt
schreib ihn nur schreib ihn
leg deine langen finger aufs papier
die nacht ist ein heller stern
die dunkelheit sammelt alle gesichter ein
so spricht man und
so würde er gerne sprechen
wenn vom sprechen die rede wäre
und man nicht gleich die augen schliessen würde
und sich vorstellt man sei zwei rennmäuse
ohne beruhigung würden sie sich in die nesseln setzen

aber fallen
fallen möchte er auch
immer wieder hereinfallen auf kaum ausgesprochenes
so möchte er daliegen
als gäbe es keine entfernung
als wäre da nur licht und in der küche ein topf voller suppe
und damit hätte sich die frage auch erübrigt was man am Mittag
essen wird
man wird die sterne essen
die in der suppe liegen und sich selbst bedauern weil
etwas anbrennen könnte
etwas dass doch erst wachsen muss
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Ich trockne meine Zeilen ab

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