9
Mrz
2007

zeiger

du siehst auf die uhr
du weisst
du musst gehen
aber du weißt nicht wohin

wie spät ist es fragst du
du schaust auf die uhr

du siehst in die zukunft
du siehst einen balken
ein seil
das nicht henkt

du hörst etwas fallen
etwas knirschen
das muss der irrtum sein
denkst du
und läufst los...

kein gutes ende für ein gedicht

einem schlechten kopierer kann man nicht helfen

als wäre es so
als würde da jemand wachsen

wörter in die wüste
wörter in die leere

das eigelb schälen
es auf eine trockene fensterbank legen

dem schwindligen kann keiner was
er schenkt dir einen aschenbecher und
zeigt dich an
weil du ein raucherbein hast

die nächsten sätze klingen so
als hätte er sie gemalt
mit bunten brechstangen
zwirbelt er lawinentote aufs papier

streifen unter dem licht
wie schnell der wind ist
wenn man an ihm sägt

herrn m denkt über das leben nach

: na, wieder aufgewacht. du stummer greis.
wo ist der eimer voller kreide den du wieder schlucken musst um alles zu begreifen,
um es einzuseifen hättest du ein bißchen besser aufpassen müssen, jetzt ist es zu spät.
besser nicht daran denken. dabei fing alles doch recht vielversprechend an, keiner war sauer als du geboren warst, anfangs gab es sogar welche die dich entzückend fanden, aber das muss an etwas anderem gelegen haben.
fang den staub auf, der nach draußen will, ich möchte dich nicht wieder jammern hören, dass du so alleine bist, was machen deine drei töchter, sie spielen irgendwo etwas ein, sie können alle drei ausgezeichnet geige spielen, woher sie das haben geht über deinen verstand oder du möchtest ihn einfach nicht anerkennen, jenen tag als jutta, deine jutta neben diesem musiker stand, er hatte so sanfte hände, überall könnte sie das noch spüren, sagte sie. wie zärtlich sie war in diesen tagen, so zärtlich war sie danach nie wieder und du hattest wirklich gedacht, es läge an deiner art zwiebeln zu schälen, lächerlich.
komm trink einen auf deine art, sie wird vielleicht wiederkommen und alles bemerken, dass das glück nämlich niemals das glück ist, dass das glück nämlich immer das ist woran man sich am meisten stößt.
was sagte sie zuletzt, es ändert sich nichts bei dir und dann zog sie ab und die drei kinder blieben da.
sie sollen einen vater haben, hatte sie gesagt und du hattest natürlich genickt, weil du dass sehr vernünftig fandest.
aber damals hattest du wenigstens noch einen job, du warst lagerarbeiter, auf dich war verlass, du nahmst niemals drogen, keiner konnte das verstehen, dein chef sprach mit dir, er fragte dich lächelnd, ob du niemals erwachsen werden willst. du kamst dir vor wie ein kaninchen auf lauerstellung. wie düster das alles war und es wurde noch düsterer, denn du wurdest entlassen, alle wurden entlassen. du fandest keinen job mehr, die anderen auch nicht. du hörtest von diesem lokal, dort konnte man suppe essen, sehr preiswert.
deine töchter wollten von der suppe nichts wissen, sie wollten karriere machen. sie haben karriere gemacht und jetzt sind sie die besten geigenspielerinnen der welt, sie spielen nur noch in den besten häusern, du weißt manchmal gar nicht mehr wie sie aussehen, wusstest du es je.
alles lief an dir vorbei, alles und jetzt schliess das fenster schnell, sonst jammerst du wieder den ganzen tag wie einsam du bist.

wellengleiche



wenn wir den zug bekommen hätten
aber wir pauschbacken mussten ja die wolken ansehen
manche blieben sehr lange stehen als blickten sie uns an
das ist ein wunder sagte einer von uns
wir brauchen stühle fragte ich
aber es kam mir nicht wie eine frage vor eher wie etwas noch sinnloseres
was bedeudet es fragil zu sein..................wollte sie wissen
ihr kopfhaar brannte leicht in meinem unterbewusstsein
warum dachte ich nur dauernd daran und nicht an den zug
wir hätten ihn erreichen müssen
aber so
wir steckten fest
zwischen den gleisen gab es kleine flure
dort lebten flöhe und trugen sich bei den glücklichen ein
sie wollte wissen wie man es schaffen kann dort hereinzukommen
und ich der vom leben doch so wenig wusste flüsterte: lächle und du wirst weitkommen
sie lächelte und kam weit
viel zu weit
ich konnte sie nicht mehr erreichen
logo

Die unsichtbaren Schritte

Wörter sind Zahlen ohne Uniform

Meine Kommentare


walhalladada - Sa, 7. Nov, 13:46

Nix

Suche

 

Topi

Counter


Ausspannen im Hotel Belek

Meine Schätze



Marguerite Duras
Der Liebhaber


Boris Schitkow, Rosemarie Tietze
Wiktor Wawitsch.


Claude Simon, Eva Moldenhauer
Die Akazie. SZ-Bibliothek Band 22


Herta Müller
Atemschaukel




Danilo Kis
Anatomiestunde


Friederike Mayröcker
Scardanelli


Hermann Broch
Die Verzauberung


Thomas Bernhard
Meine Preise


Jerome D. Salinger
Der Fänger im Roggen





Thomas Pynchon
Gegen den Tag


Elfriede Jelinek
Die Kinder der Toten.


Salman Rushdie, Karin Graf
Mitternachtskinder.


Archiv

März 2007
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
20
21
22
23
24
25
26
27
 
 

Musikliste


Goran Bregovic
Goran Bregovic´S Karmen


Ost, Goran Bregovic
Ederlezi

Goran Kayah & Bregovic
Kayah & Bregovic


Goran Bregovic, Bregovic
Le Temps des Gitans


Ton Steine Scherben
Keine Macht für Niemand


Udo Lindenberg
Stark Wie Zwei

Alle Links in Popups öffnen

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (summary)

twoday.net AGB

RSS Box

Status

Online seit 1364 Tagen
Zuletzt aktualisiert: So, 8. Nov, 15:37

gucke sie sich das mal an

Ich weiß nicht
"Wenn das Schreiben nicht jedesmal alle Dinge zu einem...
Sturznest - So, 8. Nov, 15:37

Raymond Queneau
an der lahnbrücke
außenrum
Blaue Blume
christine lavant
das summerische tagebuch
Der magische Realismus
der zwirnvogel
DerZeiger
Die Bearbeitung des Heizstuhles (Gedichte in verschiedenen Fassungen)
Die Sara Briefe
Die schönsten Gedichte der Welt
eine frau
Elke erzählt
erinnern
Frühstück im freien
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren

kostenloser Counter