15
Mrz
2007

Frau und Mann

was isst du denn da
fragen wir gleichzeitig

ich esse ein brot
sagen wir dann

wir gehen gemeinsam zum kühlschrank
um die salamischeiben zu zählen

und wenn wir uns verzählen
trägt immer der andere die schuld

und in der nacht wecken wir uns
sagen leise

es waren keine salamischeiben mehr da

wir haben alle vorher aufgegessen
sagen wir

wir haben sie erst gegessen
und dann gezählt

dazwischen


und wieder .....
verlassen mich alle
und ich gehe
natürlich
auf dem besten wege
in einen irrtum zu fallen
besser
in einen graben
dort
werden sie mich
wieder
ermuntern
auf ihre prügel zu sehen
aber
ich bin an ihren prügeln
nicht interessiert
aber sie
schon
sie wollen es mir zeigen
mir beweisen
wozu so ein prügel gut ist
zwischen den gräben
die wenigen mäuse die herumkraxeln
stören mich nur wenig
auch ein beweis für eine existenz
oder nur ein irrtum der davon nichts wissen will...
ich schaue hinauf
der mond
verdammter
der bringt die zeit um
stunde für stunde
man sollte ihn einsperren
ihn so richtig fertigmachen
so wie mich
so wie sie mich fertigmachen
so wie mich alle fertigmachen
in dem sie mich alleine lassen
in dem sie um mich herumirren
und in dem sie die langen briefe immer dort hinschicken wo ich gerade nicht bin
ab heute sind die jacken schimmelrot
fast möchte man sie beneiden diese jacken für ihre grässliche farbe
sie hinterlassen sicherlich narben
damit man sich an sie erinnert –irgendwann..so bald es noch schlimmer wird

Was zu beweisen wäre

„Machen Sie kein allzu schiefes Gesicht beim Lesen dieser Verse“
Arthur Rimbaud in einem Brief an Theodore De Banville



ich erwache
besser noch
ich bin erwacht
ich bin jedesmal neu erwacht
ich drehe mich um
und bin erwacht
manchmal erwache ich vorher schon
das ist ein spaß
ich erwache bevor ich erwache
das ist ein spaß
ich schaue mich dann an
und erwache
ich erwache im moment des schauens
ich schaue und erwache
aber manchmal verfehle ich den zeitpunkt auch
dann erwache ich und schaue dann erst
meistens bin ich dann durstig
schon immer wie man mir sagte
ich war ein durstiges baby
ich war ein durstiges kind
ich war durstig als jugendlicher
ich aß zwiebelbrötchen um zu weinen
wenn ich nichts zu trinken hatte
legte ich meine tränen ins brötchen
aber heute mache ich das nicht mehr
manchmal bedaure ich alles
auch das schlechte und das unruhige
vorallem das unruhige bedaure ich
ich möchte es gerne zusammen sammeln und einstampfen
aber wäre das möglich
und würde ich es wirklich tun wenn es möglich wäre
es ist ja nicht möglich
aber wenn es möglich wäre würde ich es tun
aber wahrscheinlich nicht

zwischen den sprechenden



es macht den sprechenden große mühe
über alles zu reden

lieber stundenlang schweigen
am liebsten nachts
mit tiefen unruhen

es macht den sprechenden große mühe
über alles zu reden

viel lieber möchten sie schweigen
die finger spüren
mit der
der andere das ufer berührt

es macht den sprechenden große mühe
sich liebende zu nennen

für liebende haben wir zu wenig zeit
sagen sie nicht
nein
sie schweigen darüber
und trotzdem verstehen sie jedes wort
dass der andere nicht aussprechen kann
logo

Ich trockne meine Zeilen ab

Free Text (5)

Suche

 

Counter

Meine Schätze



Steven Galloway
Der Cellist von Sarajevo


Thomas Pynchon
Gegen den Tag


Elfriede Jelinek
Die Kinder der Toten.


Leo N. Tolstoi, Leo N. Tolstoj, H. Röhl
Anna Karenina


Salman Rushdie, Karin Graf
Mitternachtskinder.


Gertrude Stein, Franz E. Walther
Die Welt ist rund


Gabriel García Márquez, Curt Meyer-Clason
Hundert Jahre Einsamkeit.






Michail Bulgakow, Ralf Schröder, Thomas Reschke
Der Meister und Margarita.


Thomas Bernhard
Auslöschung. Ein Zerfall.



Fjodor M. Dostojewski, Hans Ruoff, Richard Hoffmann
Die Brüder Karamasow


Marcel Proust, Luzius Keller, Sibylla Laemmel, Eva Rechel-Mertens
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 1-7


Archiv

März 2007
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 

Raymond Queneau
Blaue Blume
christine lavant
das summerische tagebuch
Der magische Realismus
der zwirnvogel
Die Bearbeitung des Heizstuhles (Gedichte in verschiedenen Fassungen)
Die schönsten Gedichte der Welt
eine frau
erinnern
Frühstück im freien
Gregor Samsas Krabbelgedichte
Heinz
Mein kleines Tagebuch
Meine DichterInnen
Strichmännchen
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren

kostenloser Counter