16
Apr
2007

bewusstes verderben

gestern träumte ich
ich sei ein rennpferd
aber ich kann nicht mehr
so gut sehen
ich verstecke mich
hinter einer flucht
man verbindet mir
die beine
man klagt
er hat sich irgendwo
etwas eingefangen
man sperrt mich ein
gibt mir nur wenig zucker
und kurz vor dem erwachen
wurde ich standrechtlich erschossen

du finstrer geselle

ich sah sehr traurig aus
damals
als ich noch
traurig
sein durfte
als das leben
bequem war
als man noch lachte
ohne zu lachen
als man noch an etwas glaubte
an zerbrechliche untertassen zum beispiel
die fielen hinunter
die zerbrachen immer nur ein mal
alles andere geschah oft
zerbrach aber auch

die windmühlen
manchmal wenn ich in ihrer nähe war
wollte ich so schnell wie möglich wachsen um sie zu besiegen
in der nacht verwandelte ich die unruhe in kühles erwachen
ich stellte mir eine welt ohne handlungen vor
jeder tat etwas was sonst keiner begriff
in diesen momenten wollte ich gerne sterben
ich stellte mir oft vor wie ich starb
wie sie mich fanden
ganz entgeistert hinabsahen
in die dünne luft durch die ich verschwand
ich würde nicht über sie lächeln
ich würde nur gern wissen ob mein anwalt auch käme

welch ein irrtum

ich gab einen kläglichen laut von mir
so etwas wie ein
autsch
aber es konnte auch wie ein rutschen klingen
wie das rutschen einer feder

ich schaute hinauf
das war weit
ich begrub es im gedanken
ich malte mir ein leben dort aus

es fing wieder an

ich hörte sie über mir
sie redeten
manchmal lächelten sie
taten so
als wollten sie mir die hand geben

ich dachte es würde besser werden
irgend etwas war geschehen
jemand sagte
deine zeilen klingen wie der junge goethe
(er aß dabei eine tafel schokolade und lächelte höhnisch)

es waren giraffenartige fallen
in die ich fiel
nichts hatte bestand
außer die lose auf denen
leider verloren
stand

ich war zufrieden sagte ich mir
ich wusste sie würden sich darüber ärgern

erst später bemerkte ich sie standen gar nicht oben
sie saßen in wechselnden höhen

sie griffen hektisch nach ruhm
er vervierfachte sich in ihren zeilen

sie träumten die türe ginge auf
und einer käme
und lobe sie

sie sammelten sich
betrachten sich aus der ferne
sie riefen sich zu
du bist gut
die sterne stehen in deinen worten wie altlasten

ich aber war wie sie
gezwungen die leeren
stellen zu füllen

niemand würde für meine gedichte
auf der strasse singen
damit er sie sich leisten konnte

ich wechselte die launen
helligkeit zog mich an und aus
ich dachte
wohin der nebel auch blickt
er sieht immer nur mich
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Die unsichtbaren Schritte

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walhalladada - Sa, 7. Nov, 13:46

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