[>>]

11
Jun
2007

Ein Hörbuch und eine Bilanz

Zwei Jahre ist nun schon wieder her, da erschien Elke erzählt.
Im Internet passierten mir wie soll es anders sein, die merkwürdigsten
Dinge. Ja, Elke erzählt wurde gehasst, nicht wegen Elke da bin ich
mir sicher, sondern wegen Jo und nicht weil Jo so schlecht spricht, nein im Gegenteil, sie spricht einfach zu gut.
einige Rezensionen gab es, ein mal in der Federwelt, im Giessener Anzeiger und in der Giessener Allgemeine.
Wichtig aber ist mir immer noch das Zustandekommen dass mir noch immer vorkommt wie ein Märchen.
Jo Kern hieß im Jahre 1993 noch Judith Kernke und spielte in zahlreichen Serien. Ich fing damals mit einer WG Serie an, anlass dazu war die RTL Serie "Unter uns", ich ärgerte mich so über die grottenschlechten Dialoge, dass ich sofort anfing zu schreiben. Gottseidank wurde daraus etwas sehr anderes als "Unter uns."
Elke spielte die Hauptrolle in dieser WG-Serie, sie war der Dreh und Angelpunkt und alle Männer waren verrückt nach ihr.
Natürlich hatte ich schon damals den Ehrgeiz genau dieses Wesen (Elke), mit allen nur erdenklichen Attributen von Schönheit auszustatten. Sie las, sie spielte Fußball und sie war eine schöne Frau, die schon einmal (sie tut es wohl immer noch) auf den Tischen tanzte.
Die Figur gibt es, ich meine die Frau. Einst studierte sie hier in Giessen, fand eine ziemlich gute Stelle in Heidelberg und fand nun noch eine bessere Stelle in Aachen.
Was das also angeht, sind Elke und nennen wir sie ruhig beim Namen, Ilka wahrlich Welten voneinander entfernt.
Den Namen bekam Elke übrigens von einer Buchhändlerin, die in einem sehr kleinen, aber sehr sehr feinen Buchladen arbeitete.
Nun, eines morgens (und nun kommt eine vierte Frau hinzu) las ich die Giessener Allgemeine und fand darin eine TV-Zeitschrift und auf dem Titelbild war Judith Kernke und Herr H, fing an zu spinnen, wenn meine WG Serie eines Tages verfilmt wird, spielt Judith Kernke die Hauptrolle.
Nun, die WG Serie machte ich ziemlich lange und von einer Verfilmung war niemals die Rede, aber von Judith Kernke.
1997 zog ich um und nicht nur dass, ich bekam auch diesen Internetanschluß der mich in eine wunderlich absurde, aber durchaus auch öde Welt, voll Größenwahn und seltsamen Spielchen brachte. Aber Judith Kernke war auch da, sie hatte eine Homepage, man konnte sich nicht nur die Bilder anschauen, man konnte auch ihre Malereien anschauen und man konnte ihr schreiben und ich schrieb ihr und sie schrieb nicht zurück.
Aber dann doch, immer mal wieder, meist Smilies oder ein "schön".
Eines Tages, eines Monates, eines Jahres fragte ich sie per email, ob sie sich vorstellen könnte meine Gedichte in einem Studio zu lesen, vielleicht ließe sich daraus ein Hörbuch machen.
Ich hatte überhaupt keine Ahnung wovon ich redete. Aber sie sagte, ja, gerne.
Und dann war ziemlich schnell klar, dass sie die Elke erzählt Texte lesen würde, ich schickte sie ihr und sie gefielen. Sie kam nach Giessen und las.
Ich will nicht erwähnen wie großartig diese Frau aussieht, allerdings habe ich das nun doch getan, ich will über das schreiben was dieses Projekt bis zum Ende (es gibt ja gar kein Ende) auszeichnete. Es war ein Projekt zweier die verschiedener nicht leben konnten und trotzdem traf man sich und man traf sich weil man sich scheinbar treffen sollte.
Ich habe das was ich hier geschrieben habe schon einmal aufgeschrieben, vielleicht werde ich es in drei Jahren wieder schreiben, vielleicht gibt es bis dahin ein neues Hörbuch, das übrigens ohne "Zuhörer", trotzdem nicht entstanden wäre. Denn das Hörbuch, so preiswert es ohnehin schon gewesen war, hätte ich mir niemals leisten können, wenn nicht einige viele, dieses Hörbuch vorbestellten und im voraus dafür zahlten.

Es ist ein Hörbuch dass mir immer dann einfallen sollte wenn ich mich zu arg und völlig idiotisch über Selbstdarsteller im Internet ärgere, wichtig am Ende
ist das menschliche und die Kunst, alles andere ist nichts. :-) na ja.......

Peter Kurzeck

Ich hab nicht sein neustes sondern sein erstes gelesen und es ist ein ganz großes, weil Kurzeck ein großer ist.




"Ach, warum muß es denn immer ein Dialog sein? Laß mich hier mit meinem immerwährenden Schnaps sitzen; mein Zauberglas, das nie leer wird. Draußen ein trüber tag und wir wollen uns - sowieso untröstlich - Zeit nehmen für deine Geschichte. Viele Wahrheiten. Der Winter ist lang und du kannst sie mir jeden Tag neu erzählen, immer anders und jedesmal wahrer. Zeit genug; ein leeres trauriges Weltall, gottverlassen"

Peter Kurzeck
"Der Nußbaum gegenüber vom Laden in dem du dein Brot kaufst", erschienen bei Stroemfeld/Roter Stern...

unterstellen

ein letztes mal noch
dahinterkommen
einen schlagbaum öffnen
nachts beissen die züge
ein gerümpel
nachtwache
wann stehst du auf
die türe geschlossen
bis morgen
nichts sonst
ein paar wolken
das ist normal
das macht nichts
du glaubst mir doch
als ich mich an dich erinnerte
noch vor jener zeit
die alten sätze
wie stehn sie jetzt da
der vollstreckungsbeamte sagt
die luft ist nicht teilbar
nicht pfändbar
die luft fällt nicht ins gewicht
abendrauschen
blumen im haar
blumenkinder
blumen vase
irgendwo in den schränken
ein paar dominosteine
habe ich selten gehabt
ich spreche mit dir
jetzt nur noch ein paar freiminuten
sekunden nicht mitgezählt
bis das licht brennt
haben wir es schon wieder ausgeschaltet
uns in die wüste denkend
mit einer trinkhalle im handgepäck
an alles gedacht
nur die strohhalme fehlen
du hast alles vergessen
deine erinnerung ist taub
du schweigst
also zählen die stunden nichts
also hätte man sich alles schenken können
und trotzdem war nichts dabei
sich hinter den flüssen zu treffen
wo du mir erzähltest
wie ein ehemaliger freund dich
wie ein schwamm aufsaugte
ameisen auf dem boden
versuche im rythmus einer schnecke zu laufen
wundgeredet
mundgeredet
das hallen der töne
ob wir uns jemals versöhnen
wegen was eigentlich
weil ich die augen an dich verlor
nicht mehr zu dir konnte
weil alles viel zu langsam zu ende geht
es geht immer noch zu ende
die worte grasen die flächen ab
es gibt nichts zu bereuen
zu verabscheuen
alles war wie es war
und es war sonderbar
als treffe man einen sehr anderen menschen
als sei dieser mensch nicht jene
die am telefon die mütze aufzog weil ich es gerne wollte
in ein backsteinblaues haus wolltest du einziehen
zwischen rettungsbootsgeschäften und einem feinkostladen
nicht ein einziges mal würdest du in beiden hineingehen
aber den feinkostladen würdest du jeden tag betrachten
bis du satt bist
in keinem guten zustand unser leben
warenkörbe voller bücher
und nun jagten wir sie alle wieder zurück
erst ich
dann du
ein ganz normaler vorgang
aber als wir über die brücken gingen
uns langsam anschlichen
glaubten
alle anderen wären uns ähnlich
schrieb ich ohne dass ich es wollte (ich wollte es nicht)
liebesgedichte ohne verstand
ich sagte
mein bewusstsein wird irgendwann begreifen
warum wir niemals imstande sein werden glücklich zu sein

irgendein blau

unter deinem sterbebett
kriechen drei ameisen
die nicht mehr wissen
ob sie ein zuhause haben
(du findest es für sie
ohne es zu bemerken)

du könntest ihnen helfen
aber wenigstens dass
bleibt dir erspart
dass man dich aufruft
aufzustehen
und die drei heimatlosen abzuschieben

diese wand auf die du blickst
wird sich bald auftun
und ein leerer schatten tritt ein
der dich fragen wird
ob du ein wenig zeit für ihn hast

er wird dich restlos
überzeugen
dass es nicht viel kostet
hinter die sterne zu blicken
in ein ganz anderes universum
wo es keine ameisen mehr gibt
jedenfalls keine heimatlosen
logo

Die unsichtbaren Schritte

Wörter sind Zahlen ohne Uniform

Nix

Suche

 

Topi

Counter


Ausspannen im Hotel Belek

Meine Schätze


Georges-Arthur Goldschmidt
Die Absonderung


Olga Tokarczuk, Esther Kinsky
Taghaus, Nachthaus.



Marguerite Duras
Der Liebhaber


Edward E. Cummings
39 Alphabetisch


Boris Schitkow, Rosemarie Tietze
Wiktor Wawitsch.


Claude Simon, Eva Moldenhauer
Die Akazie. SZ-Bibliothek Band 22


Herta Müller
Atemschaukel




Danilo Kis
Anatomiestunde


Jerome D. Salinger
Der Fänger im Roggen





Thomas Pynchon
Gegen den Tag


Elfriede Jelinek
Die Kinder der Toten.


Salman Rushdie, Karin Graf
Mitternachtskinder.


Archiv

Juni 2007
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 5 
 
 

Musikliste


Goran Bregovic
Goran Bregovic´S Karmen


Ost, Goran Bregovic
Ederlezi

Goran Kayah & Bregovic
Kayah & Bregovic


Goran Bregovic, Bregovic
Le Temps des Gitans


Ton Steine Scherben
Keine Macht für Niemand


Udo Lindenberg
Stark Wie Zwei

Alle Links in Popups öffnen

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen 

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (summary)

twoday.net AGB

RSS Box

Status

Online seit 1406 Tagen
Zuletzt aktualisiert: So, 20. Dez, 09:52

gucke sie sich das mal an

Das politische gEdicht
das politische gedicht geht über wände über...
Sturznest - So, 20. Dez, 09:45

kostenloser Counter