bis zu den stellen
als wir begannen zu wanken
die leidensmienen der anderen
wir durchbrachen sie nicht
wir sagten nur
um glücklich zu werden
muss man die stellen kennen
in der die trauer wächst
ein schatten von dir
oder nur ein gedanke
es könnte plötzlich tag sein
und hinter den windstillen orten
ruft einer deinen namen
und dieser eine
bin ich
und dein name
trägst du
nicht wie ein floskel
nicht wie etwas dass man in die hand nehmen muss
sondern etwas
dass man einen anderen gibt
damit er dich rufen
und du ihnen erkennen kannst
Sturznest - Di, 12. Jun, 23:44
fremder rief herr m zu dem fremden
der fremde ging zu ihm
was willst du fragte er
der fremde hatte eine gitarre im mund
er fragte herr m was er wolle
herr m rief nach dem fremden
der fremde ging zu ihm
und fragte
was willst du
was willst du alter mann
soll ich deine scheiben putzen zuhause
damit du aus dem inneren in die weiten fernen des lichts sehen kannst
damit du endlich glaubst
das leben sei glasschichtig bewachsen
ganz grün bist du
als hättest du billge wurst ausgesucht
sie zur kasse getragen
und bezahlt
und alle schauten dich an
als wäre diese schreckliche wurst für deinen hund
herr m lächelte
er sagte zu dem fremden
setz dich fremder
und erzähl mir von der fremde
wie geht es zu dort draußen
was macht die fremde
geht es der fremden gut
ja
sagte der fremde
ja der fremden geht es gut
und das wir
uns nicht verstehen
ich meine
das wir uns beide nicht verstehen
was ist schlimm daran
nichts ist schlimm daran
wir fallen ja trotzdem auf den selben dreck rein
das ist unsere größte verständigung nicht wahr
und er kicherte und suchte seine gitarre
die er wohl doch nicht verschluckt hatte
wie einige meiner leser annahmen
Sturznest - Di, 12. Jun, 22:59
warst auch du nicht
eines tages mal ein hund
warst sauer und voll angst
wenn nichts im fressnapf lag
standest auf;den horizont als streitpunkt
ging es dir nicht auch einmal schlecht
zwischen den kaufräuschen
und den geschlossenen anstalten
schrittest wie ein neugeborener
hin und her
was ist
die zeit ist eine ewigkeit zu kurz
der traum hört nicht auf sich aufzulösen
war da nicht auch dein gesicht
im blassen moment einer freude
begannst du noch ehe es abwärts ging
glücklich zu sein
Sturznest - Di, 12. Jun, 12:10
in ihren augen zimmert sie sich eine kirche für ein gebet
sie möchte ein stummer schrein sein
einen schrank dafür hat sie schon
auch an den ungraden stellen
so licht wie der zeuge
der gegen sich selbst aussagt
brennbares material
dazwischen tropfen
tiefer einschnitte
sie weiß dass man viel
kosten muss
um zu existieren
tina dankt dem schöpfer an den
sie nicht glaubt
für den hunger
der sie an manchen tagen
wie eine fessel bekniet
zu bleiben
in ihren augen fliegen
windmühlen umher
wie losgelöstes
man muss schon ein schraubenzieher sein
um daran zu drehen
Sturznest - Di, 12. Jun, 06:54