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wie ich ihnen bereits mitteilte lernte ich meine erste frau in paris in einem
handschuhgeschäft kennen. ich ging in dieses handschuhgeschäft weil es
auf meinem weg lag.
damals war die welt noch da, es machte mich rasend, aber wie könnte ich ihnen das schildern, ohne dass es mich quält.
meine frau hatte damals immer diesselben schuhe an, auch ich hatte immer dieselben schuhe an, das war unsere erste gemeinsamkeit. manchmal redeten wir darüber, aber meistens schwieg einer von uns zweien, ich meistens.
ich hatte in paris nicht viel zu schaffen, ich hatte in paris sogar sehr wenig zu schaffen, ich wollte nur in dieses handschuhfachgeschäft um meine frau kennenzulernen.
vielleicht war es auch nicht meine frau. auf jedenfall war es eine frau und sie kam aus den selben gebieten wie ich. manchmal krochen wir aus diesen gebieten heraus und dann ging es uns richtig gut.
wir bemühten uns die leere in unseren augen zu füllen, das war schwer, meist war es herbst geworden, bis wir endlich lachten.
wir sahen dann wie begnadete aus die ihr stirnband wechselten, wann immer sie wollten.
schnee gab es damals und viele die behaupteten es würde ihn immer noch geben lebten nicht mehr und konnten sich deshalb niemals mehr eines besseren belehren.
ich sage es ihn gerne noch einmal. ich war niemals in paris gewesen. es hatte sich nie ergeben. ich war mal von der tochter eines teppichverkäufers nach paris eingeladen worden und natürlich ging ich hin.
wir saßen in diesem cafe in dem alle saßen, ob gertrude stein, picasso oder sie, am ende saß sogar hemingway dort. manchmal schien es uns, er sitze dort immer noch und bestelle ein espresso nach dem anderen.
ich war damals der sohn des messerschleifers lümmerling. der wann immer er zeit hatte in den keller ging um dort an seinen roman zu schreiben.
natürlich ging es um einen matrosen der noch nie die welt gesehen hatte, oder das was man im allgemeinen dafür hält
ich brachte es auf neun lenze bis ich endlich ein rad geschenkt bekam. es war olivengrün und es war eine lüge dass es olivengrün war, später würde ich über diese kleine lüge nachdenken, später wenn ich den teller voller erbsen und karotten habe und gar nicht mehr weiß wohin mit meinen blicken.
es war grün gewesen und ich ging laut pfeifend über diese ampel. den ganzen morgen über hatte ich schon gute laune und das kümmerte mich, besser, es bereitete mir kummer. ich fragte mich, ob das so blieb. unruhe befiel mich. ich befahl mir aufzuhören mit dem pfeifen, aber ich hörte nicht auf, ich pfiff immer weiter.
dann sah ich sie. sie hatte etwas von einem heiligen geist, dunkle augen, ihr anlitz war so vernichtend schön dass man sie sofort wieder vergessen musste, oder man war auf immer verloren. ich vergaß sie nicht und nun streune ich umher, pfeifend und nicht wissen wohin mit meiner fröhlichkeit.
ich würde sie gerne etwas fragen. wenn man die nase tief in ihre romane steckt, hat man immer den gedanken, dass man sich am liebsten neben einen ihrer romangestalten sitzen möchte um ihn anzupumpen. ist das nicht schrecklich. dabei haben die meisten ihrer helden das geld in ihrer hosentasche so bitter nötig wie andere......
später erwachte ich wieder nicht neben ihr. das war geschickt eingefädelt von der natur. ich machte mich zum affen. ich hörte nicht auf sie anzuschauen und sie schien es nicht einmal zu bemerken um sich darüber lustig zu machen.
diese alberne geschichte mit dem handschuhgeschäft.
damals dachte ich das leben könnte sich doch noch zum guten wenden. ich stellte mir die rüstungsindustrie vor, die nicht auf das ende der tage zählte, ich stellte mir das wort gewinnoptimierung vor wie eine landschaft aus denen die tränen der reichen auf uns niederprasselten wie schnee auf eine mondlandschaft.
ich träumte mir einen schmetterling herbei.
ein großer schmetterling mit schmalen knochen.
ich stellte mir vor wie er hungrig vor mir stand.
er sah mich an, wie man es ihm wahrscheinlich gelehrt hatte.
na alter, sagte er, kommste nicht weiter bei ihr.
ich jaulte. keinen schritt.
wie seltsam mir das später vorkam. ich hatte mich mit einem schmetterling unterhalten, aber wie geschah es dass ich im nächsten moment daran zweifelte, war es wirklich ich der da zweifelte und worüber zweifelte ich, das brachte mich zu einer neuen verzweiflung und kaum kehrte ich der den rücken zu tauchte eine neue auf.
eine nacht, alleine in einem zimmer. die schöne erwacht. sie ist noch müde. sie streckt sich. sie weiß dass sie jetzt los muss. ihr mann kämmt ihr noch das haar, legt schokolade ins auto. schaut ihr hinterher. die augen hat er nur bei ihr.
diese landschaft möchte ich fotografieren. wie sie aussteigt um in den zug zu steigen. wie sie über ein sehr waches buch gähnt.
leere blickt hinaus, sie füllt diese leere, sie braucht ja nur hinzusehen und schon ist alles wieder da.
* und abermals schlägt Katja einen hohen Bogen und ein Schmetterling lacht daraus