21
Jul
2008

Viel zu viele Nächte

„Durch die schmalen, verstaubten Gänge des Schlosses streift manchmal ein dumpfer Fieberhauch, daß die Fledermäuse erschreckt aufflattern. Sonst stört nichts die tiefe Ruhe.“

Georg Trakl



aus der kraft eines satzes heraus löschst du das licht
wenn ich wüsste wohin du willst

du gehst über einen schon lange nicht mehr
steilen bergkamm

du möchtest die nacht rufen
aber die nacht ist schon da

der letzte rest kaffee in dieser kaffeestube
das motorengeheul

du möchtest es immer so haben
das die zweige sich erinnern
wenn du sie brichst

du vergibst deinen eigenen hoffnungen
deine zukunft erstrahlt in pech
du versammelst deine unruhen
und wirst endlich ruhig

sieht aus als müsstest du jetzt woanders hin

deine ahnungen wären gerne fröhlicher art

wie wäre es wenn du da draußen erwachst
und jemand schließt die türe noch ehe du sie fragen kannst

manchmal ist da ein pfeifendes geräusch
als würde ein kessel brennen
als würde so spät noch irgendwer ausgehen

du sammelst die sterne auf
du sitzt auf einem berg
du versuchst etwas zu betrachten
aber da ist nur die nacht
die sich einhüllt
die sich heute nicht verspätet

du schaust auf die uhr
iwe lange das letzte gespräch hinter dir liegt
du weißt es nicht

du trägst ihr haar im kopf
ihre augen sehen in deinen schädel

sie übernimmt sich
das muss aufhören

Der Bruder von meinem Hund

dort verlassene elefanten die ein gutes cafe suchen
meine nase ist rot und nicht belastbar
die elefanten bleiben stehen
sie glaubten sie wären gemein und
wollten das klarstellen

der fluß beugte sich zu der heiligen johanna
ein fels roch nach branntwein

es war diese geste die mir gefiel
dieses wort
das auf und abtauchte

alles was an gezielten da war
ging daneben

er herrschte der große flohzirkus

in die jahre gekommen saß der
hansel-philiph vor seinem mund
darf ich vorstellen sagte er
das ist der bruder von meinem hund

eine fee

es war an einem Montag und ich ohne hoffnung
ich leerten den mülleimer aus
ich dachte
deine roten wangen
ich dachte
es ist deine zunge

es war gestern
wir waren alle noch zu haben

einige aßen
und manche mit messer und gabel

ich suchte dich in dem begriff leidenschaft

die welt verspätete sich
erst gestern als ich erwachte
bemerkte ich nach vier jahren
dass du nicht mehr neben mir liegst

mein turnleiter

mein turnleiter
manchmal erschien es uns
als hätte er keinen namen
dann sahen wir ihn verschwinden
rosa flecken im haar
im kopf eine luftpumpe

gestern besuchte ich tom
tom war früher hausbesetzer

früher sagte er
ging alles mehr oder weniger
schief
und heute
haben wir uns daran gewöhnt
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Ich trockne meine Zeilen ab

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