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9
Mrz
2007

herrn m denkt über das leben nach

: na, wieder aufgewacht. du stummer greis.
wo ist der eimer voller kreide den du wieder schlucken musst um alles zu begreifen,
um es einzuseifen hättest du ein bißchen besser aufpassen müssen, jetzt ist es zu spät.
besser nicht daran denken. dabei fing alles doch recht vielversprechend an, keiner war sauer als du geboren warst, anfangs gab es sogar welche die dich entzückend fanden, aber das muss an etwas anderem gelegen haben.
fang den staub auf, der nach draußen will, ich möchte dich nicht wieder jammern hören, dass du so alleine bist, was machen deine drei töchter, sie spielen irgendwo etwas ein, sie können alle drei ausgezeichnet geige spielen, woher sie das haben geht über deinen verstand oder du möchtest ihn einfach nicht anerkennen, jenen tag als jutta, deine jutta neben diesem musiker stand, er hatte so sanfte hände, überall könnte sie das noch spüren, sagte sie. wie zärtlich sie war in diesen tagen, so zärtlich war sie danach nie wieder und du hattest wirklich gedacht, es läge an deiner art zwiebeln zu schälen, lächerlich.
komm trink einen auf deine art, sie wird vielleicht wiederkommen und alles bemerken, dass das glück nämlich niemals das glück ist, dass das glück nämlich immer das ist woran man sich am meisten stößt.
was sagte sie zuletzt, es ändert sich nichts bei dir und dann zog sie ab und die drei kinder blieben da.
sie sollen einen vater haben, hatte sie gesagt und du hattest natürlich genickt, weil du dass sehr vernünftig fandest.
aber damals hattest du wenigstens noch einen job, du warst lagerarbeiter, auf dich war verlass, du nahmst niemals drogen, keiner konnte das verstehen, dein chef sprach mit dir, er fragte dich lächelnd, ob du niemals erwachsen werden willst. du kamst dir vor wie ein kaninchen auf lauerstellung. wie düster das alles war und es wurde noch düsterer, denn du wurdest entlassen, alle wurden entlassen. du fandest keinen job mehr, die anderen auch nicht. du hörtest von diesem lokal, dort konnte man suppe essen, sehr preiswert.
deine töchter wollten von der suppe nichts wissen, sie wollten karriere machen. sie haben karriere gemacht und jetzt sind sie die besten geigenspielerinnen der welt, sie spielen nur noch in den besten häusern, du weißt manchmal gar nicht mehr wie sie aussehen, wusstest du es je.
alles lief an dir vorbei, alles und jetzt schliess das fenster schnell, sonst jammerst du wieder den ganzen tag wie einsam du bist.
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