Elke erzählt

1
Mrz
2008

Elke erzählt

musst nicht dastehen wie einer der wartet
der wartet doch nicht ohne grund
das sagen die leute
die hören das kerzengerade glockengeläut in deinem herzen
denen tut es weh dass du nicht bei mir bist und zwar wand an wand
so laute geräusche wären da dass sie aufwachen die leute
hirngespinste rufen sie und klopfen gegen die türe
wir lassen sie rein
da sitzen wir dann in irgendeiner küche
reden über dinge die wir nicht kennen
zählen unsere finger; unsere abgründe
die leere bleibt stehen; so wie ich
nur dein mund in ständiger bewegung
die sterne sind nicht zu erkennen
der mann im mond lacht sich selber aus
er hat sich einen spiegel ausgeliehen und hat vergessen von wem
ich glaub du bist es der jetzt vor mir steht
mir etwas sagt dass ein geräusch macht ( ein geräusch wie das waschen
von zwiebelschalen; haben sie zwiebelschalen schon einmal gewaschen;
wie sinnlos das ist; wie seltsam man sich danach ansieht)
als würden wir flüstern
als säße irgendeiner von uns in einer gefängniszelle und raube dem anderen zeit
so viel hände
so viel gesichter die alles wonach sie sich sehnen auch berühren wollen
als liege einem etwas daran
als könnte man die nacht nicht ebenso damit verbringen
sich gedanken um die stühle in einer leeren fabrikhalle zu machen
sie werden nicht mehr gebraucht und trotzdem bleiben es stühle
stühle die man vergessen wird
so wie man diese ganze ratlosigkeit vergisst
da ist ein gurren ein stöhnen
ich kann das alles verstehen
da schaltet wer das radio an
da sagt eine
in heilbronn kann man auch leben
aber in gießen
in gießen doch erst recht
die vielen augen
die dich ermahnen in all diesen worten irgendeinen sinn zu suchen
sie würden es alle zu gerne sehen
dass ich mich von dir berühren lasse
du weißt es doch besser
denn erst wenn du weg bist fange ich an es zu tun
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