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elke erzählt
„Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“
Leo Tolstoi aus Anna Karenina
ich lausche dem tauben klang der erbsenzähler
sie wohnen unten und sind unglücklich
alle sind unglücklich
jeder ist unglücklich und jeder auf
seine art
nur die glücklichen taugen zu nichts
sie sind glücklich
aber sie sind auf die immergleiche art glücklich
sie sind eigentlich unglücklich
aber sie leben so
sie leben seltsam
und ich beneide sie
ich beneide sie ein wenig
weil sie so seltsam leben
und ich das seltsame mag
und ich denke
ich möchte auch glücklich sein
und ich öffne das fenster und fang mir was ein
und ich sitze auf einem stuhl und es ist okay auf
einem stuhl zu sitzen
und er ist auch da und das macht mich
glücklich
und auch seine frau ist da
und seine kinder
und seine kinder fragen mich nach ranziger butter
und ich sage
dort ist der kühlschrank
und sie klatschen in die hände
und bellen wie die kleinen hunde es tun
wenn sie einen bunten nagel in der luft fliegen sehen
und ich sage zu dem mann
das ist also glück
und der mann flüstert mir zu
ich wäre auch lieber mit dir ganz alleine
und ich nicke weil mir nichts besseres einfällt
und die frau fällt über meine blicke her
sie schwebt fast
dann hält sie es nicht mehr aus
und sagt
wollen wir nicht zu mir
und ich gehe zu ihr
und da sitzt ihr mann
und ihre kinder
und der kühlschrank ist voller balladen
und ich sehe sie an und sie sagt
es macht mich doch genauso ratlos wie dich
aber mich macht es gar nicht ratlos
ich drehe einfach nur am rad
ich weiß einfach nicht was ich tun soll
und das macht mich glücklich
oder undankbar
vielleicht sollte ich es hinausschreien
die luft anbrüllen
nun schick mir doch schon diesen prinzen
damit ich ihn rollen kann
und es klingelt und ich öffne die türe
und da steht ein prinz
und er sagt: es hat ein bisschen länger gedauert
und ich denke okay; es ist okay dass es gedauert hat
und wir sitzen so rum
und weil er für sex keine zeit hat schreibt er alles auf
und ich lese seine gedanken und werde ganz müde
ich lege mich ins bett und stell mir vor
dass diese augen mich betrachten
und ich möchte dass er sie schliesst und
mir die welt erklärt
aber die welt kann man nicht erklären
man kann sich in staub auflösen
aber die welt erklären das ist nicht drin
ich steh also auf und bin unglücklich
jeder ist unglücklich
und jeder auf seine art und
ich springe tolstoi an
weil er alles schon beschrieben hat
weil die welt einfach nur vor diesem buch stehen muss
um dann zu hauchen
ach, das sind ja wir
wir mit unseren augen wie taucherbrillen
wir atmen darin
wir schweigen
und wenn es nicht mehr geht
rasen wir zornig durch die strassen
und springen
auf den nächsten ankommenden zug
der morgen und die hände
die taube sprache die dazwischensitzt und schweigt
die nacht
in der die fallenden begraben daliegen
und sie bekommen nicht mal mit
wie man die köpfe über sie schüttelt
vielleicht ist auch das glück
wenn’s nicht so unglücklich aussehen würde
Leo Tolstoi aus Anna Karenina
ich lausche dem tauben klang der erbsenzähler
sie wohnen unten und sind unglücklich
alle sind unglücklich
jeder ist unglücklich und jeder auf
seine art
nur die glücklichen taugen zu nichts
sie sind glücklich
aber sie sind auf die immergleiche art glücklich
sie sind eigentlich unglücklich
aber sie leben so
sie leben seltsam
und ich beneide sie
ich beneide sie ein wenig
weil sie so seltsam leben
und ich das seltsame mag
und ich denke
ich möchte auch glücklich sein
und ich öffne das fenster und fang mir was ein
und ich sitze auf einem stuhl und es ist okay auf
einem stuhl zu sitzen
und er ist auch da und das macht mich
glücklich
und auch seine frau ist da
und seine kinder
und seine kinder fragen mich nach ranziger butter
und ich sage
dort ist der kühlschrank
und sie klatschen in die hände
und bellen wie die kleinen hunde es tun
wenn sie einen bunten nagel in der luft fliegen sehen
und ich sage zu dem mann
das ist also glück
und der mann flüstert mir zu
ich wäre auch lieber mit dir ganz alleine
und ich nicke weil mir nichts besseres einfällt
und die frau fällt über meine blicke her
sie schwebt fast
dann hält sie es nicht mehr aus
und sagt
wollen wir nicht zu mir
und ich gehe zu ihr
und da sitzt ihr mann
und ihre kinder
und der kühlschrank ist voller balladen
und ich sehe sie an und sie sagt
es macht mich doch genauso ratlos wie dich
aber mich macht es gar nicht ratlos
ich drehe einfach nur am rad
ich weiß einfach nicht was ich tun soll
und das macht mich glücklich
oder undankbar
vielleicht sollte ich es hinausschreien
die luft anbrüllen
nun schick mir doch schon diesen prinzen
damit ich ihn rollen kann
und es klingelt und ich öffne die türe
und da steht ein prinz
und er sagt: es hat ein bisschen länger gedauert
und ich denke okay; es ist okay dass es gedauert hat
und wir sitzen so rum
und weil er für sex keine zeit hat schreibt er alles auf
und ich lese seine gedanken und werde ganz müde
ich lege mich ins bett und stell mir vor
dass diese augen mich betrachten
und ich möchte dass er sie schliesst und
mir die welt erklärt
aber die welt kann man nicht erklären
man kann sich in staub auflösen
aber die welt erklären das ist nicht drin
ich steh also auf und bin unglücklich
jeder ist unglücklich
und jeder auf seine art und
ich springe tolstoi an
weil er alles schon beschrieben hat
weil die welt einfach nur vor diesem buch stehen muss
um dann zu hauchen
ach, das sind ja wir
wir mit unseren augen wie taucherbrillen
wir atmen darin
wir schweigen
und wenn es nicht mehr geht
rasen wir zornig durch die strassen
und springen
auf den nächsten ankommenden zug
der morgen und die hände
die taube sprache die dazwischensitzt und schweigt
die nacht
in der die fallenden begraben daliegen
und sie bekommen nicht mal mit
wie man die köpfe über sie schüttelt
vielleicht ist auch das glück
wenn’s nicht so unglücklich aussehen würde
Sturznest - Di, 30. Dez, 07:01
























