das summerische tagebuch

17
Nov
2007

das summerische tagebuch

er hatte klasse den er war rotwangig, in seinem kühlschrank klebte er schilder auf seine produkte, „das ist mir“ stand da drauf. jeder wusste wer das „mir“ war und wagte es nicht den kühlschrank zu öffnen.
ein paar staunende krabbeltiere hatten alle eine große sehnsucht, sie bauten sich vor einer vase auf und schienen zu beten.
die frau sagte, trotz des regens den geschlechtsverkehr mit herrn ca ab, sie sagte ihn ab weil die schranken am bahnübergang nicht mehr nach oben gingen, sie waren vielleicht defekt, aber nachfragen wollte sie nicht. manchmal schien es ihr, als führen unsichtbare züge über die schienen und versuchten dem schlaf der heimwärtsreisenden zu entkommen. wahrlich ich sage euch.
als ich sie traf und das muss gestern gewesen sein, lud ich sie zu einer partie schach ein, sie kam und wir rammelten miteinander, das hieß, wir kauften uns vorher ein paar tüten chips und sahen uns einen erotischen comic an. ein hirschkuh traf ein reh. das reh zitterte und die hirschkuh fragte, warum. das reh konnte darauf keine antwort geben, die hirschkuh lachte nervös und sagte, sag schon. das reh sagte, eine ratte ist hinter mir her, sie ist steif und klebrig, hat das lachen eines windhundes gestohlen und redet im ganzen wald über mich, ich kann mich nirgendwo mehr sehen lassen, weil alle glauben, ich hätte etwas mit der ratte, aber mit dieser ratte habe ich absolut nichts. meine ratte ist von ganz anderer art, sie hat einen silbrigen bauch und man muss zwei euro hineinwerfen, damit sie sich bewegt.
es gibt diesen bewegungslosen ablauf, ein schieres tropfen von haarnadeln, ein blaues licht dass entkommt, die lange bezahlung eines wortspieles, das gesicht eines fröhlichen hirtenjungen, eine aufgesagte hütte, eine decke zwischen einer kaminstaude, der blick eines unverbesserlichen, der schmerz und die einsamkeit.
ich sammelte damals zitronenschalen, ich wiederhole das gerne noch einmal, ich sammelte damals zitronenschalen, ich dachte, diese zitronenschale ist teil einer natur und ich warf sie nach ein paar jahren achtlos weg, später dachte ich über diese achtlosigkeit nach, ich schämte mich ihrer, sie wühlte mich auf, ich wollte diesen schlimmen tag vergessen, aber jeder tag der nicht existiert ist eine andere wirklichkeit.
es dämmerte mir, dass ich zu ihr musste, das war im april, die sonne schien und über dem abhang floh die vergilbte sonne, die berge waren austauschbar, der himmel wartete auf eine segnung und auf eine begegnung der wiedergeburt.
ich träumte von einem blauen licht.
es dämmerte mir, ich musste zu ihr, ich musste ihr wie der brave schuljunge, mit großen gedächtnislücken über den ursprung der weisheit reden, ich musste ihr näherkommen, bei ihr verweilen, sie fragen, ob es ratsam ist sich auf die couch zu setzen, kirschen zu essen, kichererbsen zu verschlingen.
mich machten die gedanken müde. mich trieb das wort an. es war glatt draußen, ich würde mich verspäten, vielleicht würde ich mich auch nicht verspäten, aber dann kam ich zu früh. ich lebte im trockenen, mein leben war auswehlos, ich hatte keine ahnung wohin ich sollte.
ich saß in meinem zimmer, ein warmes licht brannte, stellte sich mir in den weg, aber was es wollte dass wusste es nicht.
die dinge blieben draußen, ich sah hinaus, ich dachte an die welt, ich stellte mir vor das wir uns nähern, das wir uns annähern, das wir zusammen ball spielen, in den hofanlagen gab es eine spitze ecke die niemand sah, von dort aus konnte man in das zimmer von ernst gucken, ernst bohrte heimlich löcher in seinen schlittschuh damit jeder sehen sollte wie einsam er war.
die rotwangige frau starrte mich wie durch einen spiegel an, ich dachte schon, ich sei verschwunden, aber dann erblickte ich einen spiegel und schaute hinein.
erst später erfuhr ich alles.
ich stand vor der markthalle, eine frau mit langen dunklen gaumuszöpfen fragte mich, warum ich nicht mit zu ihr komme.
sie wohnte in einer der gebiete. sie sagte, sie habe einen hund der nur bellt wenn man ihn mit goldstücken füttert, ich hatte genügend goldstücke. ich fütterte den hund und er bellte, sein bellen klang wie ein großer reichtum, als er aber aufhörte hatte man den eindruck, er hätte nie angefangen.
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